[Aktuelles]

Dorothea Jahncke

[20.03.2019]

Seine erste Amtshandlung war eine besonders angenehme. Nach seiner Wahl zum Vorsitzenden des Kreisreiterverbandes (KRV) Lüchow-Dannenberg bedankte sich Jacob de Mol bei seiner Vorgängerin Dorothea Jahncke für deren hervorragende Arbeit und ernannte sie unter dem stehenden Beifall der 80 Delegierten und Gäste der KRV-Generalversammlung zum Ehrenmitglied. Es seien für ihn als stellvertretenden Vorsitzenden unter ihrer Regie gute Lehrjahre und eine schöne Zeit gewesen. „Für mich war es auch eine schöne Zeit“, zeigte sich Jahncke freudig überrascht und
gerührt.
Die 73-Jährige hatte am Freitag im Gasthaus Sültemeier in Dünsche wie angekündigt nicht mehr für den Vorsitz kandidiert. Für ihr Engagement im KRV erhielt sie nun viel Lob und Anerkennung. Gut sieben Jahre stand sie an der Spitze, war zuvor acht Jahre stellvertretende Vorsitzende und sei ebenso in ihrem Heimatverein RFV Dannenberg unermüdlich rege, lobte Horst-Axel Ahrens als Vorsitzender des Bezirksverbandes. Sie sei „für den Sport und die Mitglieder da, kümmert sich, hat stets ein offenes Ohr, löst Probleme“ und erledige alles mit Energie und aus einer inneren Ruhe heraus. Hans-Jürgen Bosselmann als Vorsitzender des Kreissportbundes erinnerte daran, dass sie das Amt an der Spitze in schwerer Zeit übernommen habe, nachdem der damalige Amtsinhaber Walter Schulze gestorben war. Alles habe sie aber gut gemeistert. Jahncke gab das Lob weiter, denn sie hätte die Aufgaben ohne die anderen Vorstandsmitglieder und die Vereine nicht schaffen können.
Zuvor hatte es für sie schon eine Überraschung gegeben, denn Jahncke hatte von Ahrens die Goldene Ehrennadel des Pferdesportverbandes (PSV) Hannover erhalten – eine nur selten
verliehene Auszeichnung.
Reibungslos verliefen auch die weiteren Wahlen: Für den 67-jährigen de Mol aus Karwitz rückte Ursula Herbst-Bürkner vom RFV Lucie als 2. Vorsitzende nach, Kassenwartin Marianne Jönsson
wurde im Amt ebenso einstimmig bestätigt. Erleichterung nach dem reibungslosen Übergang an der Spitze gab es bei den Reitern auch beim zweiten großen Thema des Abends. Denn: Der Kreisverband kann erst einmal weiterbestehen, erfuhren die Mitglieder. Bekanntlich hatte der Landesverband 2014 eine Reform angeschoben mit dem Ziel, mehrere Kreisverbände zu Reitsport-Regionen zu verschmelzen und die Bezirksebene aufzulösen. Dagegen hatte sich nicht nur in Lüchow-Dannenberg heftiger Widerstand geregt. Nun sollen im Bezirk Lüneburg jeweils zwei Kreisverbände einen Regionalverband bilden und mit einer
Stimme sprechen, aber als einzelne KRV erst einmal erhalten bleiben, informierten Ahrens sowie Patrick Schröder vom KRV Uelzen. Also: Die KRV Lüchow-Dannenberg und Uelzen sollen und
wollen zusammenarbeiten.
Auch in seinem Verband habe man sich mit den Plänen nicht einverstanden erklärt und wolle bestehen bleiben, so Schröder. Mehmals hatten sich die beiden Kreisverbände bereits im Vorfeld
getroffen, beschnuppert und mögliche Projekte besprochen, erklärten Schröder und de Mol. Details müssen noch geklärt werden. Irgendwann sei vielleicht kein KRV mehr möglich, erklärte Schröder – noch aber schon. Daher sei der Weg des Zweierbündnisses eine vernünftige Lösung, sagt auch de Mol.
Ein Vorteil sei dann ein größerer Einfluss der beiden KRV auf den PSV, damit „die nicht mehr machen können, was sie wollen“, erklärte Schröder der Versammlung. Eine Fusion sei zudem auch
in punkto Finanzen schwierig, mahnte Jahncke. Der neue Vorschlag sei aber vertretbar, „und wir sind auf einer Linie“, sagt Schröder. Zwischen dem KRV Lüchow-Dannenberg und KRV Uelzen
stimme die Chemie, betont auch de Mol, und nun müsse nichts „Hau-Ruck gehen“. Für die Vereine ändere sich erst einmal nichts. De Mol mahnte diese aber, am 4. April die Verbandsversammlung des PSV zu besuchen und über das reformpaket mitabzustimmen, denn nur Vereine haben Stimmrecht – nicht Kreisverbände.

Jahncke hatte in ihrem Bericht an 30 Veranstaltungen im Vorjahr erinnert, darunter in erster Linie Turniere. Das Kreisturnier in Lüchow sei wegen der Trockenheit schwierig gewesen und habe Kraft gekostet. Dank vieler Helfer sei es aber gelungen. Für Marianne Jönsson, Andreas Kaiser, Helge Beckmann und Dietmar Bohlmann hatte sie ein Sonderlob übrig, denn sie hätten esonders
geholfen, den Turnierplatz trotz Hitze vernünftig herzustellen und „einen grünen Touch“ zu verleihen. An die KRV-Vorstandsmitglieder Bohlmann und Janine Nagel hatte Jahncke für
besondere Leistungen KRV-Ehrennadeln verliehen, an Beckmann ein Präsent.


Dünsche. Es läuft rund im Kreisreiterverband (KRV) Lüchow-Dannenberg. Das war während der Generalversammlung am Freitag in Dünsche zu spüren, meinte nicht nur der neue Vorsitzende Jacob de Mol. Aktivensprecherin Janine Nagel hatte von vielen begeistert angenommenen Lehrgängen berichtet, für die es sogar Wartelisten gegeben habe. Erfolge seien auch zu sehen.
Beispielhaft hob sie den Sieg von Tamara Vandersee vom RFV Clenze beim VGH-Cup hervor und erwähnte gute Vierkampf-Resultate. Jugendwartin Christina Lang hatte viele Erfolge zu vermelden wie den guten Auftritt beim Jugend-Bezirkschampionat. Auch die Voltigierer waren unter anderem bei Special-Olympics erfolgreich. Freizeit- und Breitensportsprecherin Anne Kothrade berichtete von interessanten Ausritten, Fahrtsportsprecher Dietmar Bohlmann von Starts bei Deutschen Meisterschaften und Anke Gritke für die Jagdreiter von vielen nicht im Kreis wohnenden
Teilnehmern. 
Viel Raum nahmen die Ehrungen ein. Besonders der Nachwuchs fand viel Beachtung, Dutzende Ehrenurkunden fanden ihre verdienten neuen Besitzer. Die Erfolgreichsten waren in der
Führzügelklasse Lotta Klipp vom RFV Wendland vor Lina Janne Ahlers und Karlotta Kirchhoff vom RFV Dannenberg, im Reiterwettbewerb Paulina Ripke vor Chantal Ripke und Lara Schulz
(alle RFV Clenze), und in LPO-Prüfungen Frieda Borrmann vom RFV Dannenberg vor Maya Lang (RFV Clenze) und Anna Kieselack (RFV Lucie).
Kassenwartin Marianne Jönsson berichtete von einem Überschuss beim Lüchower Kreisturnier. Nach Einnahmen von 17 707 Euro blieben 487 Euro über. Das neue Konzept sei durch Mehreinnahmen aufgegangen. 4 500 Euro Spendengelder habe es für das Turnier gegeben. Zudem habe sie beim Lüchower Stadtrat für Unterstützung geworben und erhalten. Im Jahresetat des KRV blieb sogar ein Plus von 1400 Euro hängen. 30 588 Euro gab der Verband aus und nahm 29 188 Euro ein.↔koo



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